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Apps & Stores · 3 Min. Lesezeit

Eine App in App Store und Google Play bringen

Wer eine App in App Store und Google Play bringen will, braucht je Store ein Entwicklerkonto, bei Apple für 99 US-Dollar pro Jahr, bei Google einmalig für 25 US-Dollar. Dazu kommen ein vollständiger Store-Eintrag mit Datenschutzangaben, Altersfreigabe und Demo-Zugang, bei neuen privaten Google-Konten außerdem zwei Wochen Pflichttest mit mindestens 12 Testern. Tactio kam zuletzt noch am Tag der Einreichung durch die Prüfung, jede Ablehnung kostet dagegen einen weiteren Durchlauf.

Tassilo

8. Oktober 2026 · AutorTassilo

Vor der ersten Einreichung zählt mehr als der Build

Unternehmen brauchen für beide Entwicklerkonten eine D-U-N-S-Nummer. Apple fragt außerdem nach dem Digital Services Act, ob Sie als Händler auftreten, und nimmt ohne diese Angabe für den EU-Store keine Updates an.

Beide Stores verlangen einen Link zur Datenschutzerklärung, Google zusätzlich den Abschnitt „Datensicherheit“, auch wenn die App gar keine Daten erhebt. Hat die App einen Login, brauchen die Prüfer Zugang: Apple ein Demo-Konto, Google Zugangsdaten im Bereich „App-Zugriff“. Wer in der App ein Konto anlegen lässt, muss es dort auch löschen lassen (Richtlinie 5.1.1(v)), Google will dafür zusätzlich einen Weblink.

Wer sein privates Entwicklerkonto bei Google nach dem 13. November 2023 angelegt hat, muss vor dem ersten Release einen geschlossenen Test mit mindestens 12 Testern durchführen, die 14 Tage ohne Unterbrechung dabei sind. Danach wird der Produktionszugang beantragt, die Prüfung dauert meist höchstens sieben Tage.

Die Prüfung ging schnell, ein Puffer lohnt sich trotzdem

Apple prüft nach eigener Angabe mindestens 50 % der Einreichungen in unter 24 Stunden und 90 % in unter 48 Stunden. Google nennt wenige Stunden bis sieben Tage und rät vor einem festen Starttermin zu mindestens einer Woche Puffer.

Unsere Erfahrung passt dazu: Tactio 1.2.0 haben wir am Vormittag des 30. August 2026 bei beiden Stores eingereicht; Google gab noch am Vormittag frei, Apple am selben Tag. Update 1.2.1 folgte am nächsten Mittag und war noch am selben Tag in beiden Stores live. Brennt es wirklich, lässt sich bei Apple eine beschleunigte Prüfung beantragen, etwa bei einem kritischen Fehler oder einem festen Event-Termin.

Jede Ablehnung kostet einen Prüfdurchlauf

Gescheitert sind unsere Einreichungen an drei Punkten, alle schnell behoben. Tactio 1.0 fragte Berechtigungen auf Vorrat ab, gesammelt statt dort, wo sie gebraucht werden, und Apple verlangt, niemanden zu unnötigen Freigaben zu drängen (Richtlinie 5.1.1(iv)). Der korrigierte Build war zwei Tage später live.

LeasePilot 1.0 hatte eine Berechtigung ohne Funktion: Apple Pay (PassKit) war eingetragen, genutzt wurde es nicht (Richtlinie 2.1). Bei LeasePilot 1.2.0 fehlte auf der Bezahlseite des Abos der Link zu den Nutzungsbedingungen (Richtlinie 3.1.2(c)).

Auch Updates haben Fristen

Seit dem 28. April 2026 müssen Uploads bei Apple mit Xcode 26 und dem SDK für iOS 26 gebaut sein. Wer Apples neue Fragen zur Altersfreigabe nicht beantwortet hat, kann keine Updates einreichen; die Frist war der 31. Januar 2026.

Bei Google müssen neue Apps und Updates seit dem 31. August 2026 Android 16 (API-Level 36) ansteuern, auf Antrag gibt es Aufschub bis 1. November 2026. Bestehende Apps brauchen mindestens API-Level 35, damit neue Nutzer mit neueren Android-Versionen sie weiter bekommen.

Was wir mitnehmen

Genau den Build testen, der live geht. TestFlight und der interne Test-Track von Google bekommen bei uns genau den Build, der danach veröffentlicht wird, und auf ihn beziehen sich auch die Store-Angaben. Hochgeladen wird von Hand, nicht automatisch aus der CI.

Berechtigungen gehören dorthin, wo sie gebraucht werden. Zwei unserer drei Ablehnungen hingen an Berechtigungen: einmal auf Vorrat abgefragt, einmal eingetragen und nicht genutzt. Die dritte war ein fehlender Link auf der Bezahlseite, mehr dazu in Abos über Stripe und In-App-Käufe kombinieren.

Quellen

Über den Autor

Tassilo

Gründer & Geschäftsführer bei ayonto, verantwortlich für die Entwicklung sowie Vertrieb und Kundenkontakt.

Aus der Praxis

  • Tactio – Multi-Tenant-SaaS für taktische Simulation-Events — Airsoft, Paintball und MilSim mit Live-Lagebild, eigenen Vektorkarten, Scoring-Engine und Verifikation vor Ort.
  • LeasePilot – Leasing-Kilometerstand immer im Blick — Prognose mit Ampel bis Vertragsende, automatischer km-Stand für Tesla und Abo-Abrechnung über App Store oder Stripe.
  • BKF Manager – Digitale Komplettlösung für Modul 95 & BGQ — von Online-Buchung und QR-Check-In über Lernportal und Rechnungswesen bis zum KBA-konformen XML-Export.
  • NOXA – All-in-One Fitness-App — Krafttraining, HIIT und Lauf-Tracking mit Apple Watch, Voice Coach und RunTurf-Gamification.

FAQ

Kurz beantwortet

Kurz beantwortet zu „Eine App in App Store und Google Play bringen“.

Was kostet es, eine App zu veröffentlichen?

Apple verlangt 99 US-Dollar pro Mitgliedsjahr (bzw. den Betrag in Landeswährung), Google einmalig 25 US-Dollar.

Brauche ich für Google Play wirklich 12 Tester?

Nur mit einem privaten Entwicklerkonto, das nach dem 13. November 2023 erstellt wurde. Dann ist vor der Produktion ein geschlossener Test mit mindestens 12 Testern über 14 Tage Pflicht.

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